Veranstaltungstipp: #6tagefrei Festival @TheaterRampe – noch schnell bewerben bis 1.9.2016

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Gerne denken wir noch an daran,  dass wir für unsere Produktion „Die Maske des roten Todes“ den Sonder-Preis beim 6tagefrei-Festival 2015 erhalten haben.

Die letzten Jahre haben wir uns intensiv mit brennenden Fragen unserer Gesellschaft zusammen mit der next generation – dem künstlerischen Nachwuchs –  in unserem Jugendprojekt #Glück – FSG Theater AG, Utopienwerkstatt & Friends auseinandergesetzt und so sind wir diesmal keine Anwärter für die zweite Ausgabe des Festivals – der Werkschau der besten Produktionen der freien Tanz- und Theaterszene von Baden-Württemberg.

Wir wünschen allen Kolleg*Innen viel Erfolg beim Endspurt zur Bewerbung bis 1.9.2016 für das 6tagefrei-Festival 2017 vom 3. bis 8. April 2017.

#performance, #stuttgart, #tanz, #theater

Besondere Erwähnung der Jury für „Die Maske des roten Todes“

Tanz und Theaterpreis Besondere Erwähnung der Jury

Festival 6tagefrei @TheaterRampe – Tanz- und Theaterpreis der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg vom 13. – 18. April 2015

#edgar-allan-poe, #live-electronics, #live-visuals, #performance, #tanz, #textband, #theater

Kurz-Doku „Die Maske des Roten Todes“ jetzt online auf unserem YouTube Kanal

Die Kurz-Doku unserer letzten Produktion „textband spielt: Die Maske des Roten Todes“ ist ab jetzt online verfügbar. Auf dem YouTube-Kanal der Utopienwerkstatt zeigen wir übrigens nicht nur Trailer und Dokumentationen unserer Arbeit, sondern sammeln auch interessante Web-Videos in der Playlist utopienwerkstatt recommends.

Mehr über uns unter dem Tag textband.

#edgar-allan-poe, #gesellschaft, #kapitalismuskritik, #live-electronics, #live-visuals, #performance, #stuttgart, #tanz, #textband, #theater, #youtube

1. Stuttgarter Crowdlounge für Theaterprojekte

Stuttgarter Crowdlounge

Im Rahmen von Die animierte Stadt – Festival belebender Theaterformen findet am Do 06.06., ab 21:00 Uhr die 1. Stuttgarter Crowdlounge statt, die sich speziell dem Thema Crowdfunding für Theaterprojekte zuwendet. Der Eintritt ist frei.

Einblicke in die Praxis von Crowdfunding

Neben Vorstellung von gelungenen Kampagnen haben am Thema interessierte Theaterschaffende die Möglichkeit konkret Fragen bezüglich der  Realisierung einer eigenen Crowdfunding-Kampagne zu stellen.

Gefördert wird die Veranstaltung vom Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes und dem Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom). Hinweise und Literatur zum Thema findet man auch auf der Website ikosom.

#crowdfunding, #internet, #stuttgart, #tanz, #theater, #web-2-0

Interdisziplinäres Symposium Körper – Medien – Sinnlichkeit vom 12. – 14. Juli 2013 im E-Werk Freiburg

Foto: mbody e.V.

mbody e.V. will die Forschungsarbeit um die Begriffe Körper, Medien und Sinnlichkeit im Rahmen des Symposium vom 12. – 14. Juli 2013 im E-Werk Freiburg weiter vorantreiben. Schwerpunkt der Auseinandersetzung „sollen die aktuellen Verkörperungen des Selbst in der Welt durch die Entstehung von neuen Umweltbezügen und medialen Verbundenheiten“ sein.

So analysiert zum Beispiel Eulàlia Polls Camps die Interaktion zwischen Tanz und digitalen Technologien in ihrem Vortrag Dancing Body and Digital Technology.

Wie auch schon beim ersten Symposium »Spuren« zum Thema Körpergedächtnisse im Dezember 2008 , dessen Vorträge und Performances online verfügbar sind, bringt die Gruppe wieder verschiedenste Wissenskulturen an einem Ort zusammen.

#freiburg, #performance, #tanz, #technologie, #theater

textband spielt: Die Maske des roten Todes von Edgar Allan Poe

Da waren Spaßmacher, Narren, Improvisatoren, Ballettänzerinnen, Musiker, und dazu die schönen Damen! und die edlen Weine! Ja, alles das und Sicherheit war im Schloß! Draußen war der rote Tod! (E.A. Poe)

Fotos: Tobias Metz.

Theaterkonzert

Mit Musik, Tanz, Live-Visuals und Live-Electronics verwandeln wir den Wilhelmspalais am Freitag, 26.4.2013, 21:00 Uhr (Einlass 20:30 Uhr)  in Prinz Prosperos Schloss aus Edgar Allan Poes Meistererzählung (weitere Termine siehe unten). Unterstützt werden wir vom feurigen Electro-Sound der Band »GOMO PaRK«. Eintritt frei (Spenden erwünscht).

Im Rausch der Nacht

Poe, der Erfinder der Kurzgeschichte, weltberühmt für seine Horrorgeschichten, zeichnet in seiner Erzählung über den Maskenball im Schloss des Prinzen Prospero das Panorama einer Gesellschaft, die dem Untergang geweiht ist.

Grenzen des Wachstums

Der Kurzgeschichte Poes wird der Essay Mentale Infrastrukturen – Wie das Wachstum in die Welt und in die Seelen kam von Harald Welzer in Auszügen gegenüber gestellt. In seinem Essay erläutert der Sozialpsychologe, was seiner Meinung nach notwendig ist, um den Untergang unserer Gesellschaft zu verhindern.

Termine

Fr 26.04.2013 (Premiere),
So 28.04.2013, Do 02.05.2013, Do 16.05.2013, So 19.05.2013.

Beginn: Jeweils 21:00 Uhr (Einlass 20:30 Uhr).
Eintritt frei (Spenden erwünscht).

Ort: Wilhelmspalais Stuttgart (ehemalige Stadtbibliothek)

Konrad-Adenauer-Strasse 2, VVS: Haltestelle »Charlottenplatz«, Wegbeschreibung anschauen.

Infos: www.utopienwerkstatt.culturebase.org

#edgar-allan-poe, #gesellschaft, #gomo-park, #kapitalismuskritik, #live-electronics, #live-visuals, #stuttgart, #tanz, #textband, #theater

Impressionen von den Proben zu textband spielt: Die Maske des roten Todes

Unser Premierentermin am 26.4.2013, 21:00 Uhr, für die Produktion textband spielt: Die Maske des roten Todes von Edgar Allan Poe rückt näher. Doch bevor wir im Wilhelmspalais Stuttgart spielen, wartet im Probenraum noch viel Arbeit auf uns. Hier einige Impressionen …


Und hier auch noch was für’s Ohr. Das Saxphon-Thema stammt übrigens von Carsten von der Band GOMO PaRK. Die Jungs von GOMO PaRK sind nämlich live dabei, wenn wir den Wilhelmspalais in Prinz Prosperos Schloss verwandeln.

Infos: textband spielt: Die Maske des roten Todes von Edgar Allan Poe.

#electro, #live-electronics, #live-visuals, #stuttgart, #tanz, #textband, #theater

livekritik.de – neue Online-Plattform will Besucherrezensionen für kulturelle Veranstaltungen deutschlandweit bündeln

Bewegt? Berührt? Begeistert!

www.livekritik.de will ein unabhängiges Informations-, Bewertungs- und Kommunikationsportal für kulturelle Veranstaltungen in Deutschland schaffen, berichtet  Kulturmanagement Network.  In dem Porträt  livekritik.de – StartUp denkt Kultur im Netz neu  von Dirk Heinze kann man sich gut einen Überblick über das Vorhaben verschaffen.

Kleinen Veranstaltern und Gruppen eine zeitgemäße Plattform geben

Interessant für Theater im Off-Bereich und/oder Gruppen und Ensembles ohne festes Haus ist vielleicht der Hinweis, dass livekritik.de „gerade kleinen, regionalen und individuellen kulturellen Veranstaltungen und Akteuren eine zeitgemäße Plattform“ zur Verfügung stellen will.  So der Anspruch von Rod Schmid und Sebastian Hermann, Gründer von livekritik Gesellschaft für Kommunikation und Kultur mbH,  wie er auf livekritik.de in „Über uns“ formuliert ist.

Plattform in der Beta-Phase, mehr Features folgen

Die Online-Plattform befindet sich noch in der Beta-Phase, also im Aufbau. Veranstaltungsdaten z.B. vom  Kooperationspartner Kulturserver werden schon erfasst. So fand ich dort,  zu meiner Freude, auch unsere gerade im Mai stattgefundene Veranstaltung textband spielt: ich träumte von august strindberg, die wir im Rahmen des Strindberg-Festivals vom Studio Theater Stuttgart gezeigt haben.  Bald soll es sogar möglich sein, dass man z.B.  als freie Gruppe Veranstaltungsdaten auch direkt bei livekritik.de einpflegen kann.

Möglichkeit, den Dialog mit dem Publikum zu suchen

Ich bin gespannt, wie sich die Plattform weiterentwickelt und ob die NutzerInnen, sprich BesucherInnern einer Veranstaltung, die Möglichkeit rege annehmen, ihre Kommentare zu hinterlassen.

Wer als freie Gruppe wert auf seine Online-Reputation und Präsenz legt, dem bietet sich eine neue Möglichkeit auf seine Veranstaltung aufmerksam zu machen und den Dialog mit dem Publikum zu suchen.

#internet, #performance, #tanz, #theater, #web-2-0

textband backstage – Lust am Experiment

Mit der Premiere von ›Inferno‹ startete am Montag, den 14.5.2012, das Strindberg-Festival vom Studio Theater Stuttgart. Wir haben die vergangenen Tage noch genutzt, unserer Festival-Produktion textband spielt: ich träumte von august strindberg den letzten Schliff zu verpassen und freuen uns nun vor Publikum zu spielen.

Nicht nur ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Sebastian macht Soundscapes am Mikrofon.

Ring frei für den ›Kampf der Geschlechter

Für das Festival haben wir Strindbergs Gedicht »Ich träumte« ausgewählt, da es exemplarisch pointiert vom Träumer und Visionär August Strindberg erzählt und eines seiner großen Themata behandelt: den ›Kampf der Geschlechter‹.  Das Gedicht, entstanden um 1904, fällt in die schöpferische Spätphase seines Schaffens und ist eine hellsichtige Selbstanalyse – die poetisch-alptraumhafte Beschreibung eines Ringkampfes mit sich und dem anderen Geschlecht.

Öfter mal was Neues. Oliver hat für die Produktion ein neues Musikinstrument gelernt: Den Tractor.

Lust zu experimentieren – Mit Tanz, Live-Electronics, Live-Visuals und Stimme die Form des Traumes nachbilden

Aus künstlerischer Perspektive hat uns die Auseinandersetzung mit seinen theater- und kunsttheoretischen Visionen gereizt, so wie er sie in seinem Aufsatz »Neue Kunstformen! oder Der Zufall im künstlerischen Schaffen« und in der Vorbemerkung zu seinem »Ein Traumspiel« niedergelegt hat.  Strindberg wollte die Form des Traumes nachbilden – eine künstlerische Praxis, die sich später im Surrealismus vollends entfaltete. In diesem Sinne wandeln wir auf Strindbergs Spuren und verdichten in unserer Performance sein Gedicht »Ich träumte« zu einem tänzerisch-visuell-musikalisch-sprachlichen Assoziationsraum, der, so O-Ton Strindberg, in der

„… Phantasie weiter schafft und neue Muster webt: ein Gemisch von Erinnerungen, Erlebnissen, freien Erfindungen, Ungereimtheiten und Improvisationen.“ (Zitatquelle: Vorbemerkung zu »Ein Traumspiel«).

Der Tisch ist gedeckt für Traumbilder: Anja an ihrem Live VJ-Set.

Improvisieren auf Basis vorher festgelegter Muster und Regeln

Das Element der Improvisation spielt eine nicht unwesentliche  Rolle bei unserem Bestreben, die verschiedene Kunstformen im „Live“-Moment miteinander zu einem sich gegenseitig bedingenden Ganzen zu verbinden. Wie eine Jazz-Combo, die nach vorher festgelegten und mehr oder weniger geprobten Regeln, miteinander ins musikalische Gespräch tritt, loten wir diesmal das Experimentierfeld aus, Musik, Tanz, Bild und Stimme in ein Gespräch treten zu lassen, um Strindbergs Worten Leben einzuhauchen.

Bei jeder Performance führen Alexandra, Anja, Oliver und Sebastian also stets einen neuen Dialog und spielen miteinander auf der Basis der in der Probenzeit festgelegten Muster und Regeln.  Insbesondere Tänzerin Alexandra ist in dieser Hinsicht besonders gefordert. Es gibt keine einstudierte Choreografie. Das Element Tanz, das bei dieser Arbeit eine große Rolle spielt, folgt ganz dem Wesen der Improvisation.

Nicht im Schatten, sondern im Rampenlicht umgeben von Schatten: Alexandra bei der Probe.

textband credits:

Regie und Konzept: Marcus Kohlbach
Tanz: Alexandra Mahnke
Live-Electronics: Oliver Prechtl
Live-Visuals: Anja Abele
Sprecher: Sebastian Schäfer

Mehr Infos über die Utopienwerkstatt, über textband und die aktuellen Spieltermine am Fr 18.5., Mi 23.5. und Sa 26.5.2012:
www.utopienwerkstatt.culturebase.org

Kampf der Geschlechter. Illustration für das Strindberg-Festival von Aurele Mechler.

Bildergalerie

#performance, #stuttgart, #tanz, #technologie, #textband, #theater

Wie sieht das Kommunale Kino des 21. Jahrhunderts in Stuttgart aus?

Gemeinsam Programmideen entwickeln

Der Verein Neues Kommunales Kino Stuttgart e.V., eine Initiative von 19 Institutionen aus den Bereichen Bildung, Kunst und Kultur, die sich für ein Haus der Film- und Medienkunst in Stuttgart stark machen, lädt ein zum ProgrammMacherTag am 26.11.2011.

Gemeinsam mit erfahrenen Kuratoren hat man die Möglichkeit, das Programm für ein Neues Kommunales Kino in Stuttgart mit zu gestalten. An diesem ProgrammMacherTag sollen in Workshops, Diskussionen und Vorführungen frische Programmideen für ein Kommunales Kinos in Stuttgart ab 2012 entwickelt werden.

Ein im Mai 2010 veröffentlichtes Konzeptpapier bildet die Grundlage der Diskussion. Im Dialog mit der Kulturpolitik, der Kulturverwaltung und den Stuttgarter Bürgern soll das Konzept nun weiterentwickelt werden.

Theater, Tanz, Kunst, Architektur und Film

Für TheatermacherInnen dürfte der Workshop „Innovation & Kontext“ von besonderem Interesse sein (16.30–18.30 Uhr, Literaturhaus Stuttgart). Hier soll unter der Moderation von Kurator Marc Glöde der Frage nachgegangen werden, wie Film mit Architektur, Kunst, Tanz oder Theater interagiert. Welche Rolle spielt dabei ein neues Kommunales Kino? Deshalb hier schnell Wissenwertes zum Einstieg in die Diskussion zusammengefaßt:

The Hitchhiker’s Guide

Sowohl die Vermittlung als auch Präsentation des Mediums Film ist wohl freilich der zentrale Schwerpunkt des kommunalen Kinos. Dringend notwendig, da „weniger als die Hälfte der aktuellen, inländischen Filme eine Leinwand in Stuttgart“ erreichen, wie man im Konzept erfährt. Traurig, oder?

Die zentralen Anliegen, die im Konzept ausgeführt werden, fußen auf folgenden Säulen:

  • Film und Vermittlung
  • Film und Interkulturalität
  • Film und Kontext
  • Film und Innovation

Das Selbstverständnis der kommunalen Kinos, welches im Rahmen des 1. Bundeskongress des Bundesverbandes kommunale Filmarbeit vom 22. – 24. April 2005 im Filmhaus Nürnberg diskutiert wurde, besagt, dass die

„Kommunalen Kinos und Initiativen nicht nur als Schnittstelle zwischen klassischer Filmkunst und Neuen Medien, sondern auch als Vorreiter für neue Veranstaltungsformen“

fungieren.

Experimentelle Weiterentwicklung des Mediums Film und interdisziplinäre Verknüpfung

Der Anspruch, der sich im Konzept unter Punkt „3.4 Bilder entwickeln – Film und Innovation“ nachlesen läßt, ist dementsprechend ehrgeizig:

Das NEUE KOMMUNALE KINO agiert an den Grenzen des Genres Film, Grenzen in die Zukunft und Grenzen zu anderen Kultursparten und nutzt filmgeschichtliche Entwicklungslinien, um aktuelle Trends zu erkennen und einzuordnen. In der experimentellen Weiterentwicklung des Mediums Film und der interdisziplinären Verknüpfung mit anderen Sparten wie Musik, Theater, Tanz, Literatur und Architektur entstehen künstlerische und ökonomische Potentiale für die Stadt Stuttgart. Ob nun mit Computerspiel-Engines Filme gemacht werden (Machinima), sich animierte und reale Filmbilder immer mehr vermengen oder in der Theaterpraxis Bewegtbild-Projektionen zunehmend reale Räume erweitern, das NEUE KOMMUNALE KINO ist ein Ort, an dem frühzeitig und abseits kommerzieller Zwänge konvergente Aufführungs-, Installations- und Medienformen erprobt werden können, die in Folge als Innovationen Eingang in ökonomische Kontexte finden können.

Liest sich toll. Wenn für dieses ehrgeizige Vorhaben hoffentlich letztlich noch ein Name gefunden wird, der diesem Gestaltungswillen Ausdruck verleiht, dann klingt’s auch toll. „Neues Kommunales Kino“ zumindest, finde ich, klingt ein bißchen unsexy. Schon der z.B. noch relativ unscheinbare Name Dortmunder U läßt mehr Freiraum für Assoziationen und sorgt für regionales Wir-Gefühl.

Raum für Aufführungs-, Installations- und Medienformen

Jetzt aber mal Film beiseite und ganz egoistisch Diskussionsraum für Theater: Für im obigen Sinne experimentelle Produktionen aus dem Bereich der darstellenden Kunst bzw. „Aufführungs-, Installations- und Medienformen“, wie es wörtlich genannt wird, klingt es verheißungsvoll, wenn die im Konzept angedeutete Erweiterung in Richtung Medienquartier Stuttgart voranschreitet (vgl. Konzept, Punkt 7). Da huscht beim Lesen der Geist des Fun Palace der Theatermacherin Joan Littlewood und des Architekten Cedric Price vorbei. Doch der Fun Palace ist nie realisiert worden, und das wollen wir im Falle des neuen Kommunalen Kinos freilich nicht.

Sollte es Absicht sein, experimentelle „Aufführungsformen“ hausintern durchführen zu wollen, kann ich aus theaterpraktischer Perspektive nur bescheiden und bestärkend zu bedenken geben, dass man auch den großen Saal, tatsächlich als Freiraum gestaltet, der neben dem „klassischen“ Kinobetrieb eben auch das Experiment ermöglicht. Im Konzept sind die beiden kleinen Räume, die sich flexibel zu einem Raum zusammenfügen lassen sollen, für Medienprojekte vorgesehen. Bieten diese Räume wirklich genügend Platz? (vgl. Konzept, Punkt 6)

In seiner momentanen konzeptionellen Beschreibung gleicht der große Kinosaal, unter theatralen Gesichtspunkten betrachtet, einer Guckkastenbühne. Damit wird eine bestimmte Nutzungsform und altbekannte Aufführungspraxis fast zwangsläufig favorisiert.

Produktionen wie „The Void Story“ von Forced Entertainment lassen sich in einem solchen Rahmen realisieren oder präsentieren, aber für Kombinationen aus Bewegung oder Installation im Raum und Bild bleibt nicht viel Spielraum. Ließe sich dort ein Konzert mit Installation und Bild wie es das Video zum Konzert von „The Great Park“ zeigt, realisieren? Besagtes Konzert fand im Rahmen der Akkumulatornacht(6): Finale A.M.E.R.I.K.A an der Schaubühne Lindenfels statt. Objekte, Installationen und Aktionen verbanden sich mit Film, Musik und Lesungen. Die Schaubühne Lindenfels wurde zum Museumsort.

Zweckmäßig gedacht, dass im Konzept von zum eigenen Profil passenden Partnerprogrammen und Kooperationen mit Kultureinrichtungen gesprochen wird, deren Spielstätten Experimente, die Platz zum Atmen brauchen, wohl eher erlauben. So könnte durch ein kuratorisches Konzept experimentellen Theaterprojekten (auch wenn sie nicht hausintern stattfinden) Raum gegeben werden.

Kluge Vernetzung und Kooperation, die Teil des Gesamtplans ist, kann tatsächlich hilfreich sein. Denn das neue Kommunale Kino als Plattform für neue Formate und Tendenzen verstanden, kann z.B. freien Gruppen den Rücken stärken und als kräftige Stimme sprechen. Es besteht für Projekte an den Schnittstellen zu anderen Disziplinen ein latentes Risiko, durch das Raster der etablierten Förderrichtlinien zu fallen. Und das ist ein doch gewichtiger Aspekt, will man die KünstlerInnen, ob jung oder alt oder mit und ohne Migrationshintergrund, in Stuttgart halten, oder?

Ich wünsche viel Spaß beim Diskutieren und dem Projekt eine Zukunft :).

Aktualisierung 07.03.2012: Der Gemeinderat hat dem Antrag eine Absage ersteilt.

#film, #neues-kommunales-kino, #performance, #stuttgart, #tanz, #technologie, #theater