Institut für Soziologie (IfS) der Universität Münster (WWU) legt Studie über die finanzielle Situation deutscher Schauspieler vor

Viel Glamour, wenig Geld

Im Auftrag des Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler erstellte das Institut für Soziologie (IfS) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) eine Studie zur finanziellen Situation deutscher SchauspielerInnen. Fazit: „Schauspieler in Deutschland: viel Glamour, wenig Geld“, wie in der Pressemitteilung zu lesen ist.

Arbeitslosengeld-Reform zeigt keine Wirkung

Im Juni 2009 sollte mit einer Arbeitslosengeld-Reform die soziale Benachteiligung von Schauspielern aufgehoben werden. Beschäftigte mit kurz befristeten Verträgen, dazu zählen zahlreiche Schauspieler, sollte dadurch zum Beispiel der Bezug von Arbeitslosengeld 1 erleichtert werden. Die Studie stellt die Wirkung der Reform in Frage. „Lediglich 4,6 Prozent aller Befragten kommen zusätzlich in die Lage, Arbeitslosengeld 1 zu beziehen. Für alle anderen fehlt nach wie vor die Absicherung“, sagt IfS-Projektleiterin Prof. Dr. Andrea D. Bührmann.

In einem Inteview mit ver.di äußert Angelika Krüger-Leißner, SPD, stellv. Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestages und Mitglied im Sozialausschuss, ähnliche Bedenken: „Es zeichnet sich ab, dass es an den Betroffenen vorbei geht.“

Gitta Connemann, CDU, MdB und ehemalige Vorsitzende der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“, sagt: „Unsere Bedenken haben sich bestätigt. Die Hürden des Gesetzes sind zu hoch. Ich werde mich in meiner Fraktion dafür einsetzen, dass Lösungen gefunden werden, die die Betroffenen wirklich erreichen“. (Quelle: Pressemitteilung BFFS)

Der Bundesverband Film von ver.di führt derzeit eine Umfrage durch, um eigenes Datenmaterial zu bekommen. Bis zum 31. März können sich Filmschaffende unter http://umfrage.connexx-av.de beteiligen.

Die Studie der WWU-Soziologen steht auf den Internetseiten der Universität als Download zur Verfügung.

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